Irrläufer

Jeder kennt die Ansage „Kein Anschluss unter dieser Nummer“, meist dadurch, dass man sich verwählt hat, also kein Problem. Doch Unternehmen, die mit Telefonmarketing Kunden erreichen wollen, stehen hier vor einem ernsthaften Problem: Irrläufer Irrläufer sind in jedem Teil des Adressmarketings vertreten. E-Mails, die an den Absender zurück geschickt werden, weil die E-Mail-Adresse nicht existent ist oder gelöscht wurde. Briefe, für die man meist teures Porto gezahlt hat und der Empfänger verzogen, nicht erreichbar oder gar verstorben ist. Telefonaktionen bei denen die Anschlüsse nicht mehr stimmen usw.

Sind Irrläufer rechtens?

In der Tat lassen sich falsche Firmenadressen nicht gänzlich vermeiden. Insolvenzen, Umbenennungen, Handelsregister-Austragungen, Umzüge etc. – es gibt viele Gründe, weshalb Firmenadressen an Aktualität verlieren. Bedenkt man allein die vielen Neugründer, die innerhalb kürzester Zeit ihr Unternehmen wieder aufgeben müssen. Da den Überblick zu behalten ist selbst mit modernsten Überwachungsmethoden nicht tagesaktuell möglich.

Zudem sollen Adressen erschwinglich bleiben – Abgleiche zur Aktualisierung nehmen aber oft teure Ressourcen wie Manntage und IT-Strukturen in Anspruch. Hier muss also ein sinnvolles Gleichgewicht zwischen Kosten und Benefit geschaffen werden.

Lieber mehr Geld investieren und weniger falsche Firmenadressen erhalten?

Das stimmt zwar oft, aber kann auch ein Trugschluss ein, denn man erhält eben auch weniger gute Firmenadressen – die Erklärung folgt gleich.

In der Regel werben seriöse Adressverlage, die breit aufgestellt sind, mit 3% bis 10% Irrläuferquote. Das ist eine große Spanne – der Unterschied macht sich im Preis bemerkbar. Adressen, die unter 5% Irrläufer haben, sind nicht für unter 0,60 € zu haben. Adressen mit 10% Irrläufern können dagegen schon für 0,30€ gekauft werden (zumindest im B2B-Bereich). Hier macht es durchaus Sinn sich durchzurechnen, ob man lieber ein paar mehr Irrläufer in Kauf nimmt und dafür die Hälfte des Kaufpreises spart (wenn man für 4.000 € 13.300 Adressen erhält statt 6.600, dann hat man faktisch trotz Irrläufern immer noch fast die doppelte Menge an Adressen für den gleichen Preis erhalten).

Adressverlage, die auf bestimmte Nischen spezialisiert sind (z.B. IT-Infrastruktur in Unternehmen), glänzen manchmal sogar mit weniger als 3% Irrläufern. Hier werden auf Anfrage sämtliche Firmenadressen manuell durchtelefoniert und verifiziert. Stückpreise über einen Euro oder sogar von mehreren Euro sind dann völlig gerechtfertigt.

Was kann ich machen bei zu vielen Irrläufern?

Es lohnt sich immer mit dem Adressverlag Kontakt aufzunehmen und eine Beschwerde einzulegen, wenn die falschen Adressen die 10% Quote übersteigen. Viele Adressanbieter kommen dem Kunden gerne mit Ausgleichsadressen für eine weitere Marketingaktion entgegen. Das ist in der Regel ein faires Angebot, weil man nicht davon ausgehen muss, dass die Adressen beim selben Händler immer von schlechter Qualität sind, nur weil man einmal ein schlechtes Paket erwischt hat. Wenn kein Entgegenkommen zu spüren ist, sollte der Adressanbieter auf jeden Fall gewechselt werden.